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Sternsingerprojekt Tansania – Nahrung von eigenem Land

Eigenes Land besitzen und von der Ernte leben können – für Bauernfamilien in Tansania ist das sehr wichtig. Die Versorgung mit Nahrung ist jedoch bedroht. Unsere Projektpartner/innen unterstützen die Menschen dabei, ihre Ackerflächen zu sichern und Anbau und Ernte zu verbessern.

Im Südwesten Tansanias ist fruchtbares Land sehr begehrt. Die Agrarindustrie nutzt große Flächen für Mais und Soja, die als Futtermittel oder als Basis für Agrartreibstoffe exportiert werden - auch nach Europa. Dieses Profitstreben wird von der Regierung gefördert, weil es Einnahmen in die Staatskassa spült.

Den Bauernfamilien wird das Land oft ganz einfach weggenommen – gegen bestehendes Recht. Mit der Vertreibung von ihrem Land ist ihr Überleben bedroht. Unterernährung und Hunger sind die dramatischen Folgen des Landraubs. Ohne jegliches Einkommen sind aber auch die medizinische Versorgung und der Schulbesuch der Kinder nicht mehr möglich.

Gemeinsam den Landraub verhindern

Die Bauernfamilien schließen sich zusammen, um den Landraub zu verhindern und den Besitz des eigenen Landes zu sichern. Unsere Projektpartner/innen stellen ihnen Rechtsbeistand, wenn die Konzerne nach dem Land greifen. Lobby- und Medienarbeit bringt den ungleichen Kampf ans Licht der Öffentlichkeit.

Auch wenn die Bauernfamilien dann eigenes Land besitzen, sind die Erträge bei Dürrephasen – verstärkt durch den Klimawandel – oft zu gering. Hunger und Mangelernährung müssen aber der Vergangenheit angehören. Die Sternsinger-Spenden helfen, dass die Ernte gelingt: Durch verbesserten Anbau von Bohnen, Mais und Süßkartoffeln, durch das Anlegen von Hausgärten, richtige Lagerung der Ernte und die Produktion von eigenem Saatgut.

Das Wissen um vitamin- und nährstoffreiche Nahrung stärkt die Gesundheit der lokalen Bevölkerung. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der verbesserten Nahrungsaufnahme von Kindern unter fünf Jahren.


Stimmen aus Tansania

Zitha Said aus dem Dorf Msanda Muungano

Zitha Said ist verheiratet und hat fünf Kinder. In den vergangenen Jahren war ihre Familie von Nahrungsmangel betroffen, weil ihr Land von der Regierung an einen Investor verkauft wurde. Zitha berichtet von den katastrophalen Auswirkungen. 

„Wir konnten nicht mehr genügend Nahrung produzieren, um meine Familie zu ernähren. Zwei meiner Kinder musste ich von der Schule nehmen, weil wir die Schulgebühren nicht zahlen konnten.“

Über den Kontakt zu unseren Projektpartner/innen hat sich das Blatt gewendet: 

„Besonders wichtig für uns war der Workshop zu Landrecht. So haben wir verstanden, wie es passieren konnte, dass unser Land an einen Investor verkauft wurde. Das hat meiner Familie und dem ganzen Dorf geholfen, unsere eigenen Rechte auf das Land zu erkennen. Als Frau bin ich stolz darauf, auch anderen bei dieser Kampagne zu helfen, ihr Land wieder einzufordern. Wir haben es geschafft, insgesamt schon 120 Acres (fast 50 Hektar) zurückzubekommen. Unsere Erwartung an die Zukunft ist es, unser Land wieder ganz zurück zu bekommen.“

Zitha Said und ihre Familie haben sich erfolgreich gegen den Raub ihres Landes gewehrt.



Bernad Kalinga und Elizabeth Simbeye aus dem Dorf Tindingoma

Bernad Kalinga, seine Frau Elizabeth Simbeye und ihre drei Kinder Saidi, Sadocki und Sauli mussten früher oft an Hunger leiden. Ihnen fehlte das Wissen über gute landwirtschaftliche Methoden, auch weil der Klimawandel die Bewirtschaftung immer schwieriger macht. Als sie die Erfolge der benachbarten Bauernfamilien sahen, die schon bei unserem Partnerprojekt mitmachten, beteiligten sich auch Bernad und Elizabeth an den Trainings. Sie konnten sowohl ihre Landwirtschaft als auch ihre Ernährung umstellen.

Bernad berichtet von den Erfolgen:

„Durch bessere Ernten haben wir das Hungerproblem überwunden. Wir konnten sogar einige Überschüsse verkaufen und damit Ochsen und Pflug kaufen. Dies hilft uns, die Arbeit besser zu gestalten und mehr zu produzieren.  Die ausreichende und gesunde Ernährung hilft uns, unsere Arbeiten zu tun, und den Kindern, in der Schule gut zu lernen.“

Was unsere Projektpartner/innen aus dem südwestlichen Tansania (Region Mbeya) sagen:

 Zu „Landraub“ und dessen Folgen

Durch Landraub werden viele Menschen von ihren Feldern vertrieben. Ihre Häuser werden verbrannt, sie verlieren ihr Zuhause. Der Verlust des Landes führt auch dazu, dass Kinder mangelernährt sind, nicht mehr in die Schule gehen können und keine Gesundheitsversorgung erhalten. Als eine Folge hat auch die frühe Heirat von Mädchen zugenommen, weil die Familien nicht mehr ausreichend für ihre Kinder sorgen können.

Zu den Auswirkungen von Hunger auf Kinder

Es gibt ein massives Problem mit der Unterernährung von Kindern. In Tansania sind 42% der Kinder betroffen, in der Region Mbeya über 50%. Zusätzlich zum Mangel an Nahrung sind auch die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, die Sanitäranlagen und die Gesundheitsversorgung schlecht. Kinder, die an Unterernährung leiden, haben sowohl physische als auch mentale Einschränkungen. Sie gehen seltener zur Schule und erzielen dort schlechtere Leistungen, darüber hinaus sind sie wesentlich anfälliger für Infektionen und Krankheiten, auch ihre Sterberate ist wesentlich höher.

Zur Verteidigung der Landrechte

Das Projekt verringert die Armut von mindestens 30% der Kleinbauernfamilien der Region, das sind 7.900 Haushalte, indem ihr Zugang zu landwirtschaftlich nutzbarem Land gesichert wird. Entscheidend ist, dass die Bauernfamilien ein höheres Bewusstsein dafür besitzen, ihr eigenes Land zu schützen und Landverluste durch Zusammenschluss zu verhindern. Mit Unterstützung der Dreikönigsaktion können wir auch in entlegene Dörfer gelangen und die Menschen dort in Landfragen informieren und beraten.

Zu den positiven Auswirkungen der Unterstützung

Mit eigenem Land und veränderten Methoden erzielen die Kleinbäuer/innen eine bessere Ernte. Das Problem des Hungers hat sich schon deutlich verringert. Die Gesundheit der Familien hat sich verbessert, da sie nun vollständige Mahlzeiten zu sich nehmen können. Die Kinder gehen wieder regelmäßig in die Schule. Es konnten wichtige Vorhaben finanziert werden, zum Beispiel die Anschaffung von Pflügen oder Verbesserungen an den Häusern.





Die meisten Menschen im Südwesten Tansanias leben auf ihrem eigenen Land und betreiben eine kleine Landwirtschaft.


Oft sind die Erträge bei Dürrephasen - verstärkt durch den Klimawandel - zu gering. Es drohen Unter- und Mangelernährung.


Durch das Anlegen von Haus- und Hochgärten können Bauernfamilien im Projektgebiet ihre Ernährung verbessern.