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Kids im Slum sind stark - Dreh zum Sternsingerfilm

Zwei Wochen Nairobi? Die Rezeptionistin kann es nicht fassen. Wer nach Kenia kommt, will Safari oder Relaxen unter Palmen. Ein, zwei Nächte auf Durchreise, aber was hält einen 14 Tage in dem Moloch? Es sind die faszinierenden Sternsingerprojekte in den Slums der ostafrikanischen Metropole – die für die ORF-Sternsingerdoku am 1.1.2017 um 18.25 in ORF 2 porträtiert werden.

Sechzig Prozent der Einwohner/innen von Nairobi leben in den Slums der Stadt in bitterster Armut. Nairobis Slums sind riesig. Ein nicht enden wollendes Meer von Wellblechhütten. Drei mal drei Meter sind sie groß. Ohne Fenster, fließendes Wasser, ohne Toilette und Kanalisation leben hier auf engstem Raum im Durchschnitt sieben Menschen. Aber das sind nicht die größten Probleme, mit denen die Menschen tagtäglich zu kämpfen haben. Zu der großen Arbeitslosigkeit und der allgegenwärtigen Kriminalität machen vor allem drei Plagen den Menschen zu schaffen: Überflutungen - denn ohne Kanalisation werden in der Regenzeit in kürzester Zeit aus Gassen und Straßen reißende Flüsse. Feuer – dichtgedrängte Hütten aus Holz und Wellblech erhellt durch illegal abgezapften Strom und Parafinlampen werden nur allzu schnell zum Raub der Flammen. Auf eine Feuerwehr wartet man vergebens. Wie soll sie auch durch die oft kaum mannsbreiten Gänge zwischen den Hütten kommen? Und der allgegenwärtige Müll. Müllabfuhr funktioniert in der City – in den Slums stapeln sich Müllberge.
Für uns unvorstellbar, dass Kinder unter derart erbärmlichen Lebensbedingungen aufwachsen müssen. Sr. Mary Killeen, seit über 40 Jahren in den Slums von Nairobi tätig und seit über 20 Jahren Projektpartnerin der Dreikönigsaktion, aber schwärmt von ihren Schützlingen: „Wer hier aufwächst wird mit allem fertig. Der tägliche Überlebenskampf macht aus den Kindern Helden. Kids im Slum sind stark. Aber um überleben zu können brauchen sie unsere Hilfe.“

Wie eine riesige Eiterbeule wölbt sich die größte Mülldeponie Nairobis über die Hügel am Rand des Slums Korogocho. Auf dem Müllgebirge leben 1000ende Menschen, die aus dem stinkenden Haufen jene Reste heraussortieren, mit denen sich vielleicht noch etwas verdienen lässt. Alles was nicht gebraucht wird, wird verbrannt - darunter auch Plastik, Batterien und Chemikalien. Der beißende Rauch macht die Menschen krank, Infektionen bringen sie um. Älter als 40 Jahre werden die Wenigsten. Bis vor kurzem war Michelle eine von ihnen. Die Sozialarbeiterinnen unserer Partnerorganisation „Rescue Dada“ – „Rette die Schwester“ haben sie angesprochen, eine Beziehung aufgebaut und konnten sie überzeugen mit ihnen zu kommen.
Das Rescue Dada Centre ist ein Heim für Mädchen, die auf den Straßen von Nairobi leben. Jetzt lebt Michelle gemeinsam mit 70 anderen Mädchen hier.  Das bedeutet: jeden Tag genug und gesund essen, saubere Kleidung und ein eigenes Bett. Bei Rescue Dada lernen die Mädchen wieder, in einem geregelten Leben zu leben. Auch in die Schule können sie hier gehen. Für viele von ihnen ist das der erste Schulbesuch ihres Lebens, denn die meisten Straßenkinder haben noch nie eine Schule von innen gesehen. Michelle hat ihre Chance ergriffen – unterstützt durch Sternsingerspenden aus Österreich.

 

Sendetermine:

1. Jänner 2017, 18.25 Uhr, ORF 2 
(bis 07.01. in der ORF-Mediathek zum Nachschauen)
5. Jänner, 09.05 Uhr, 3sat

Mädchen im Rescue Dada Center