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Sternsingen – Meilensteine aus über 60 Jahren

Kinder, die als Sternsinger/innen verkleidet in ganz Österreich von Haus zu Haus gehen und um Spenden für Menschen in Not bitten, gehören heute zur Weihnachtszeit wie der Christbaum am Heiligabend. Doch obwohl die historischen Wurzeln des Sternsingens sich weit zurückverfolgen lassen, war dieser schöne Brauch bereits in Vergessenheit geraten, bevor er dank des großartigen Engagements einiger weniger Personen wiedergeboren wurde.

1954

Vor über 60 Jahren organisierte die Jungschar europaweit eine Lichtstafette, an der sich katholische Kinderorganisationen aus 12 Ländern beteiligten, um in einem Staffellauf das Licht aus Lourdes in 16 europäische Länder zu tragen. In Anlehnung an den Erfolg dieser Aktion entstand die Idee, den Brauch des Sternsingens in Österreich durch die Jungschar wieder aufleben zu lassen.

Über 3000 Euro konnten bei der ersten Sternsingeraktion im Winter 1954/55 bereits ersungen werden, wovon Motorräder für Missionar/innen gekauft wurden. "Der eigentliche Erfolg der Aktion sollte aber nicht in erster Linie in der Geldsumme liegen, die da zusammenkam, sondern in der Wiederbelebung eines vom Aussterben bedrohten Volksbrauches, der künftig zur Sensibilisierung für fremde Not in der weiten Welt eingesetzt werden sollte." (Fritz Csoklich, 1951 bis 1954 Zentralführer der Bubenjungschar).

1961

Bereits 1961 wurden die ersten Entwicklungshelfer/innen der Katholischen Jugend mit dem Geld der Sternsingeraktion in Länder des globalen Südens entsandt.

1977

Die Aktion "Jute statt Plastik" startete 1977 in Zusammenhang mit dem nach wie vor brandaktuellen Thema des fairen Handels, um ökologisches Bewusstsein und persönliche Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

1985

"Der Zeitpunkt war gekommen, dass die materielle Hilfe als Ausdruck unserer Solidarität nicht mehr genügt, sondern die Organisationen im Sinne der Anwaltschaft auch nachdrücklich ihre Stimme erheben müssen", hieß es zukunftsweisend im Jahresbericht der Dreikönigsaktion 1985. Ein vielbeachteter Appell mit der Forderung nach einem Verbot jeglichen wirtschaftlichen oder kulturellen Austauschs mit dem  Apartheids-Regime in Südafrika, um auf die Abschaffung des rassistischen Regimes zu drängen, war die unmittelbare Folge.

 1992

Das Vertrauen in die Qualität der Arbeit der Jungschar bewies die österreichische Bundesregierung, als 1992 erstmals Projekte der Dreikönigsaktion von staatlicher Seite finanziell unterstützt wurden.

1993

Der faire Handel mit Ländern des globalen Südens bleibt ein wichtiges Thema. 1993 wird die Jungschar Mitbegründerin von Transfair – heute FAIRTRADE, einem Verein, der den Handel mit Produkten aus Ländern außerhalb Europas zu fairen Preisen fördert. Waren mit dem FAIRTRADE-Siegel finden wir heute auch in vielen Supermärkten Österreichs und sie erfreuen sich großer Popularität in der Bevölkerung. 

1997

Persönliche Beziehungen und kultureller Austausch mit den Entwicklungsländern haben sich immer wieder als für beide Seiten fruchtbar erwiesen. Die Dreikönigsaktion fördert dies seit 1997 auch durch Lerneinsätze, in deren Rahmen es engagierten Personen ermöglicht wird, die Projektregionen der Organisation kennen zu lernen.

Dank der anhaltenden Beliebtheit und des Engagements der Sternsinger/innen, konnte die Dreikönigsaktion sich immer neuen Aufgaben widmen, die sich im Kampf gegen Armut und Unrecht und zur Förderung von Frieden und Verständnis auftaten. Die Dreikönigsaktion hat sich den stets wechselnden Anforderungen der Entwicklungspolitik gestellt. Mit Hilfe der österreichischen Bevölkerung macht sie sich bereit für die vielfältigen Aufgaben, die die Gegenwart und die Zukunft mit sich bringen. 

2001

Die Dreikönigsaktion erhält als eine der ersten Organisationen das Österreichische Spendengütesiegel, das den korrekten Umgang mit Spenden garantiert.

2004

In den Grußworten von Papst Johannes Paul II. und Kardinal Schönborn zum 50-jährigen Jubiläum der Sternsingeraktion würdigen die beiden sie als „Dienst an den ärmsten Menschen dieser Welt“.

2007

Im Rahmen des Programms „Solidareinsatz“ vermittelt die Dreikönigsaktion Praktika und Volontariate bei Partnerorganisationen.

2010

Gemeinsam mit unserem langjährigen Projektpartner Bischof Erwin Kräutler starten wir unser Engagement gegen das Mega-Kraftwerk Belo Monte in Brasilien. Für das weltweit drittgrößte Wasserkraftwerk soll eine Fläche von 668 km2 überflutet, mindestens 20.000 Menschen zwangsumgesiedelt werden.

2012/13

Österreich ist seit Jahren Schlusslicht hinsichtlich des staatlichen Budgets für Entwicklungszusammenarbeit. Gemeinsam mit über 40 anderen NGOs setzt sich die Dreikönigsaktion mit der Kampagne „Mir Wurscht“ für eine Aufstockung der beschämend niedrigen Mittel ein.

2013

Sternsingerfan Bundespräsident Dr. Heinz Fischer meldet sich anlässlich der 60. Sternsingeraktion zu Wort: „Herzliche Gratulation zur 60. Sternsingeraktion der Katholischen Jungschar! Ich bin sehr stolz auf die Sternsingerinnen und Sternsinger, die mich auch jedes Jahr in der Wiener Hofburg besuchen. Sie schauen hinaus in die Welt und setzen sich aktiv dafür ein, jenen Menschen zu helfen, denen es aus verschiedenen Gründen nicht so gut geht wie uns. Das ist gelebte Solidarität, und dafür danke ich ganz herzlich!“

Seit den Anfängen der Sternsingeraktion zum Jahreswechsel 1954/55 hat die Katholische Jungschar das Schicksal der Mitmenschen in Afrika, Asien und Lateinamerika im Blick gehabt. Das Ziel ist eine Welt, in der alle gut leben können - dafür wollen die Sternsinger/innen ihren Beitrag leisten.

Immer noch leiden viele Menschen an Mangelernährung und schlechtem Trinkwasser, an fehlender Gesundheitsversorgung und Schulbildung, an den Folgen des Raubbaus an der Natur und an Missachtung der Menschenrechte. „Das geht uns etwas an!“ sagen die Sternsinger/innen und sammeln Jahr für Jahr für eine gerechtere Welt. Seit 60 Jahren werden sie nicht müde, die Weihnachtsbotschaft zu verkündigen, für konkrete Hilfsprojekte zu sammeln, für die Bewahrung der Schöpfung einzutreten, durch die Bildungsarbeit ein Fenster für andere Kulturen zu öffnen und den Anliegen jener Menschen Gehör verschaffen, die sonst keine Lobby haben.

2014

Papst Franziskus empfängt Sternsinger/innen aus Österreich und richtet allen gute Wünsche aus:

„Die Sternsinger gehen von Haus zu Haus und trotzen dabei jeglicher Kälte. Sie gehen von Tür zu Tür und wissen nicht, wie sie aufgenommen werden, wollen aber trotzdem den Menschen die frohe Botschaft bringen: Jesus ist in eine Welt voller Kälte und Dunkelheit gekommen und hat uns seinen Frieden geschenkt... Die Kinder werden zu Anwälten und Anwältinnen der Armen und Notleidenden in Afrika, Asien und Lateinamerika und bitten um finanzielle Hilfe, um das Leid dieser Menschen zu lindern. Wie viel Gutes, wie viel Trost und Hoffnung konnte durch den Dienst der jungen Menschen bereits geleistet werden.“