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Könige? Magier? Weise? - Fragen und Antworten

In der Bibel steht nichts darüber, dass Könige Jesus besucht haben. Stattdessen ist von Magiern und Sterndeutern die Rede. Was waren das für Männer?

Sterndeuter gab es schon vor drei- bis viertausend Jahren. Es waren sehr gelehrte und weise Männer, die den Lauf der Sterne erforschten und deuteten. In Persien wurden sie auch Magier genannt. An den Königshöfen übten sie damals großen Einfluss auf die Entscheidungen und Urteile der Herrscher aus. Sie waren nämlich in der Lage, den Stand der Sterne, aber auch Sonnen- und Mondfinsternisse mit großer Genauigkeit vorauszusagen. Zugleich wussten sie den Stand der Gestirne als Vorzeichen für das künftige Geschick der Menschen zu deuten. So trauten ihnen viele Menschen damals besondere und wunderbare Kräfte zu. Sie waren aber keine Zauberer, sondern Gelehrte.



Woher kamen die Sterndeuter/Magier?

Im Matthäus-Evangelium heißt es: „Sie kamen aus dem Morgenland.“ Damit könnte Babylonien/Mesopotamien gemeint sein. Vieles spricht für einen Ort im heutigen Irak oder anderswo am persischen Golf: In einer alten Keilschrift von dort heißt es: „... dann wird ein großer König im Westland aufstehen, dann wird Gerechtigkeit, Friede und Freude in allen Ländern herrschen und alle Völker beglücken.” Unter „Westland” verstanden die Babylonier damals Palästina.



Was war der Stern von Bethlehem?

Der Stern von Bethlehem könnte einer Theorie von Johannes Kepler zufolge eine spezielle Konstellation von Jupiter und Saturn gewesen sein: Die Laufbahnen dieser zwei Planeten waren so nahe aneinander, dass sie den Eindruck eines einzelnen, besonders strahlenden Sternes ergaben.

Wie viele Sterndeuter waren es?

Wie viele Sterndeuter nach Bethlehem kamen, wissen wir nicht. Auf alten Bildern sind vier Magier zu sehen, auf dem ältesten uns überlieferten Bild nur zwei. In einigen frühchristlichen Kirchen sind einmal sogar zwölf Magier zu sehen. Papst Leo der Große (5. Jahrhundert) meinte aber, dass es dem gesunden Menschenverstand entspräche, dass drei Gaben auf drei Überbringer hinweisen würden. Jeder von ihnen stand für einen der damals bekannten Erdteile Afrika, Asien und Europa. Der Kontakt mit dem Orient machte im 16. Jahrhundert "Kaspar" zum dunkelhäutigen König, wobei es hier regional unterschiedliche Überlieferungen gibt. Die Könige verkörpern der Legende nach auch die drei Lebensalter: Jüngling, Mannesalter und Greis.



Warum schenkten sie Gold, Weihrauch und Myrrhe? 


Für die Sterndeuter war der Messias Gott und König. Darum brachten sie ihm entsprechende Geschenke: Gold für den König, Weihrauch für Gott und Myrrhe für den sterblichen Menschen. Schon im 

2. Jahrhundert wurden die Geschenke als Symbole für die Person Christi verstanden: Er war König, Gott und Mensch.



Warum wurden aus den Sterndeutern Könige? 


Im 6. Jahrhundert wurden aus den Sterndeutern Könige. Man nahm an, dass nur Könige Königsgeschenke überreichen können. So las man es auch in den alten Weissagungen der Bibel über das Kommen des Messias: „Die Könige von Tharsis werden Geschenke opfern; die Könige von Arabien und Saba werden Gaben darbringen ... es werden ihn alle Könige der Erde anbeten, alle Völker ihm dienen.” Auf Bildern sind die Magier seit dem 10. Jahrhundert als Könige dargestellt.



Was bedeuten ihre Namen?

In der Bibel werden die Namen nicht genannt. Sie tauchen erst im 6. Jahrhundert auf: Melichior, Bithisarea und Gathaspa. Es dauerte 300 Jahre, bis daraus die heute bekannten Namen Caspar, Melchior, Balthasar wurden. Caspar bedeutet Schatzmeister (persisch). Er soll Weihrauch zur Krippe gebracht haben. Melchior heißt: König des Lichtes (hebräisch). Er trug das Gold zur Krippe. Balthasar bedeutet in der aramäischen Sprache: Beschütze sein Leben. Er brachte die Myrrhe.




Warum wurden die Drei Könige als Heilige verehrt?

Die Sterndeuter-Könige können als Vorbilder für Christ/innen gesehen werden. Sie brachten den Mut auf, sich auf den Weg zu machen. Sie vertrauten dem Stern und waren die ersten Menschen, die an der Krippe niederknieten. Das Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar heißt eigentlich Epiphanie, d.h. das Aufscheinen Gottes vor allen Völkern; sie waren in den Königen vertreten, die dem einen Herrn der Welt huldigten. Ihre Verehrung erlebte im 9. Jahrhundert in Mailand einen Höhepunkt. Als dann die Gebeine der Heiligen nach Köln überführt und in einem goldenen Schrein beigesetzt wurden, zogen die Gläubigen in großen Scharen dorthin; seine wundertätige Kraft galt als grenzenlos. Kranke berührten ihn und hofften auf Heilung. Von Köln aus breitete sich die Verehrung der Heiligen Drei Könige über ganz Nordeuropa aus. Sie wurden die Patrone der Wallfahrer und Wanderer.

Warum schreiben die Sternsinger/innen 20 – C + M + B – 17 an die Tür?

C+M+B (das dritte + steht über dem M) und das aktuelle Jahr schreiben die Sternsinger/innen mit geweihter Kreide an die Tür. Es bedeutet "Christus mansionem benedicat", übersetzt "Christus segne dieses Haus", und soll Frieden und Segen für das kommende Jahr bringen. Daneben gibt es einige andere Interpretationen des CMB, wie z.B. "Caspar, Melchior und Balthasar". Die drei Kreuze stehen für die Dreifaltigkeit.

Früher galt der Dreikönigssegen als Schutz gegen "Zauberey", geweihtes Dreikönigswasser wurde gegen Krankheiten verabreicht und auf die Felder gesprüht. Es hieß, dass jene Felder, über die die Sternsinger/innen gehen, doppelte Ernte bringen.

Wie wurde das Sternsingen zu einer Aktion der Katholischen Jungschar?

Die Katholische Jungschar hat im Winter 1954/55 das Sternsingen aufgegriffen, um auf Anfrage von Karl Kumpfmüller, erster und langjähriger Direktor der MIVA, "ein Motorrad für die Mission" zu finanzieren. Begeisterung und Resonanz in der Bevölkerung übertrafen alle Erwartungen: Die Wunden des Krieges waren in unserem Land noch nicht zur Gänze verheilt. Trotzdem war die Hilfsbereitschaft der Österreicher/innen gewaltig: 42.243,69  Schilling (€ 3.070,-) wurden ersungen. Der Startschuss war geglückt und die Katholische Jungschar erfüllt bis heute in 98 % aller Pfarren einen alten Brauch mit neuem Sinn: Die befreiende Botschaft des Evangeliums zu verkünden und an einer gerechten Welt mitzuwirken.

Welche Bräuche gibt es rund um den Dreikönigstag?

Von den einstigen Bräuchen um das Dreikönigsfest sind nur noch wenige übrig. Ursprünglich waren sie eng mit den Neujahrsbräuchen verquickt. Mit der Anrufung der Könige verband man einen Abwehrsegen gegen alles Unheil für Haus und Hof im kommenden Jahr. Dazu wurden die Anfangsbuchstaben ihrer Namen auf die Türbalken geschrieben. Mancherorts wurden Stall und Haus mit Weihrauch ausgeräuchert und mit Dreikönigswasser besprengt. In Italien bekommen die Kinder ihre Geschenke nicht an Weihnachten, sondern am Dreikönigstag von einer guten Fee, Befana, geschenkt. In einigen Gegenden Frankreichs und der Schweiz gibt es den Brauch des „Bohnenkönigs”. Eine Bohne, Mandel oder Trockenpflaume wird in einen Kuchen eingebacken. Wer beim Kuchenessen am Morgen des Dreikönigstags den eingebackenen Gegenstand „erwischt”, darf an diesem Tag als König die Familie „regieren”.